HIKING SCHWEIZ

Via Rätia: Woche 7 – Prättigauer Höhenweg und Abschluss-Etappe nach Flims

Diesen Blogpost schreibe ich, nachdem ich schon fast zwei Wochen wieder in Flims bin. Ich war zu Beginn so erschöpft, dass ich es fast nicht geschafft habe, noch von meiner letzten Via Rätia Woche zu berichten. Aber man kann doch nicht sechs Blogposts schreiben und die letzte Woche nicht mehr durchziehen, auch wenn ihr auf Instagram bestimmt mitbekommen habt, dass ich es nach Hause geschafft habe. Als ich noch unterwegs war, war ich gar nicht so müde. Aber kaum zu Hause, ist eine richtige Erschöpfungswelle über mich hereingebrochen – der Druck, der weg fällt aufgrund der täglichen «Nicht Umknicken-Konzentration», die Nächte auf Hütten oder in der Natur, auf dünnen Matten und natürlich die körperliche Anstrengung des jeden Tag «weiter-wanderns». Eigentlich hätte ich eine Woche Ferien nach den Wanderferien gebraucht. Aber es ist ganz gut, habe ich direkt zu arbeiten begonnen, weil so schön es auch ist auf einer Weitwanderung zu sein, kaum ist man Zuhause (auch wenn man sich sehr gefreut hat), fällt man nicht selten ein bisschen in ein Loch. In einem PCT-Buch hatte ich sogar mal davon gelesen, von einer Post-PCT-Depression. Also keine Sorge, bei mir ist das nicht so schlimm, aber auch ich spürte eine gewisse Leere. Zwei Wochen später habe ich mich aber wieder gefangen und ich denke bereits «was.. ich bin einmal um Graubünden gewandert?!›, das fühlt sich schon total komisch an. Und auch, dass ich vor Kurzem einfach noch jeden Tag aufgestanden bin, den ganzen Tag wanderte und draussen war. Meine Tage jetzt verbringe ich non-stop vor dem Laptop. So dankbar ich auch bin, dass ich es trotz Selbständigkeit geschafft habe, die Arbeit für zwei Monate aufs Minimum zu reduzieren, um auf die Via Rätia zu gehen, umso krasser ist die Rückkehr und der Berg an Arbeit, den ich nun möglichst fleissig abarbeite und alle Herbstprojekte plane.

So jetzt aber zurück ins Prättigau. Zum Glück habe ich meine täglichen Sprachnotizen gemacht, sonst könnte ich die Geschichte jetzt nicht mehr so detailliert nacherzählen.


Die letzte Via Rätia Woche:
Die Nacht in Schlappin war erholsam, denn ich hatte ein Zimmer nur für mich und ein super Bett. Was für ein Luxus. Danach wandere ich vom Berghaus Erika wieder ins Dörfli und starte den Aufstieg in Richtung Madrisa Bahn. Ich komme heute flott vorwärts. Doch ich habe noch eine innerliche Diskussion mit mitr offen, die ich in Selbstgesprächen mit mir führe. Denn ich habe auf der Karte noch eine coolere Route entdeckt. Geplant wäre über die Route des Chüacalanda-Bodens zum Rätschajoch aufzusteigen. Doch es gibt eine schöne Gratroute übers Geisshorn, den Saaser Calanda und das Rätschahorn zum Rätschajoch. Eigentlich würde ich sehr gerne die coolere Route gehen, aber sie würde mehr Zeit und Anstrengung bedeuten. Da heute eh schon ein längerer Tag sein wird und gestern bereits streng war, entscheide ich mich dann doch dagegen. Ausserdem ist die Route nach dem Rätschajoch, wo ich kurz eine Pause mache und danach ab- und wieder aufsteige zum Gafierjoch, eh eine Grattour. Also komme ich heute sowieso auf meine Kosten. Ich liebe Grattouren, juhui! Die Route ist heute auch sehr einfach und ab dem Gafierjoch bin ich auf der Kantons- bzw. Landesgrenze unterwegs. Und Zack: Auf einen Schlag hat es mega viele Menschen. Alle kommen von Österreich hoch. Dort gibt es mehr Bahnen. Schweizerdeutsch habe ich danach kein einziges Mal mehr gehört. Massen mag ich nicht so, obwohl wirkliche Massen waren das nicht. Aber es ist halt trotzdem ein Unterschied, wenn man sonst oft alleine wandert, wie beispielweise auf den Etappen die Tage davor.

Mein Ziel ist es den Gafiersee zu erreichen und dort die Mittagspause zu machen. Um 14.00 Uhr komme ich an und der See hat Wasser. Das ist in diesem Sommer nämlich immer ein bisschen eine Lotterie. Viele Seen und Bäche (zum Wasserflasche füllen) sind ausgetrocknet. Es badet hier niemand und es hat ein paar Menschen am Ufer. Ich setze mich an einen Platz am weitesten weg von allen anderen Menschen und mache kurzen Prozess. Kleider ausziehen und weil es Menschen hat, in Unterwäsche ins Wasser. Das nervt immer ein bisschen, weil ich dann nasse Sachen mittragen muss. Aber egal, nackt würde ich niemals in den See gehen, wenn es andere Leute drumherum hat. Es war heute schon eher anstrengend bis zu Gafiersee und so tut die Abkühlung gut. Ich ziehe danach frische Unterwäsche an und lasse mich noch etwas von Wind und Sonne trocknen. Danach gehe ich weiter zum Gargäller Joch. Dort hat es ein kleines Notbiwak. Ich schreibe das meist bewusst in den Blog, falls jemand dort wandert und dann bei Gewitter oder so, froh ist, diese Info zu haben. In der Schweiz Mobil Karte ist das geöffnete Biwak (weil es grad neben der Grenze in Österreich ist) nicht sichtbar eingezeichnet. Der Weg ist heute ein Traum, es macht mich richtig glücklich diese Strecke zu wandern. Ich komme zum letzten Übergang neben dem Riedchopf, wo der Abstieg starten würde. Doch spontan entscheide ich mich, den kleinen Umweg bis zum Gipfel heute anzuhängen. Den Rucksack lasse ich liegen, so bin ich flinker unterwegs. Meiner Mama schreibe ich, dass sie doch mit dem Feldstecher den Riedchopf Gipfel absuchen soll. Denn sie ist unten im Tal (mit Feldstecher). Ich klettere ein bisschen am Gipfelkreuz in die Höhe (ja ich weiss, hat mir schon mal jemand geschrieben, dass sei daneben und respektlos sei am Gipfelkreuz rumzuturnen – ehrlich gesagt ist es mir dann doch ein bizli egal, wieso braucht es überhaupt Gipfelkreuze, finde ich eine sinnvollere Diskussion) und winke ins Tal. Doch leider geht meine Nachricht nicht wirklich raus und Mama sucht mich anscheinend viel später (als die Nachricht doch noch rausgeht) am Gipfel und findet mich natürlich nicht mehr dort. Jo nu.. wäre jedenfalls lustig gewesen, wenn sie mich gesehen hätte. Zurück beim Rucksack dauert der Abstieg noch etwa eine Stunde bis Partnun. Speziell ist heute auch, wie sich das Gestein extrem sichtbar verändert hat. Das Rätikon ist weisslich, weil es sich um Kalk und Dolomit handelt (sieht auch aus wie in den Dolomiten). Unten angekommen kommt mir Mama entgegen und ich freue mich sehr sie zu sehen. Denn wir sind nun erneut ein paar Tage zusammen unterwegs! Und zwar auf dem wunderschönen Prättigauer Höhenweg, von dem ich einen grossen Teil schon auf der Via Alpina 2.0 gewandert bin. Gemeinsam wandern wir zum Alpenrösli in Partnun, wo wir ein Zimmer gebucht haben. Dort hat es aktuell zwei Büsis, cute! Karin vom Alpenrösli ist uh mega nett zu uns beiden, ich darf sogar eine Wäscheladung füllen mit meinen Wanderkleidern. Ich bin so froh, denn immer etwa nach einer Woche kommt das Bedürfnis, mal wieder meine Kleidung richtig waschen zu dürfen, als nur meine gelegentliche Handwäsche. Die Sachen trocken draussen an der frischen Luft, während wir den Znacht am Tisch mit zwei Südtirolern geniessen. Die sind nämlich hier, um die Wände des Rätikons zu klettern. Das soll also auch was heissen, wenn Südtiroler aus Bozen, mitten in den Dolomiten zuhause, zu uns nach Graubünden reisen, um zu klettern.


Der nächste Morgen ist ein richtiger «Slow-Morning» und tut so gut. Gestern hatten sich alle Gäste auf den spätestmöglichen Zmorga geeinigt. Denn draussen schüttet es richtig fest und soll bis am Mittag auch dabei bleiben. Mama und ich gehen um 9.00 Uhr zum Frühstück und danach wieder ins Zimmer, weil Karin uns erlaubt hat, bis mittags im Zimmer zu bleiben. Mama liest und ich gebe richtig Gas, um den Blogpost der Woche 6 zu schreiben und hochzuladen. Die Stunden verfliegen, doch immerhin komme ich gut voran. Gegen Mittag trinken wir noch etwas und brechen auf. Mama wie immer voll eingepackt: T-Shirt, Jäckli, Regenjacke. Ich im T-Shirt. Es regnet fast nicht mehr, tröpfelt nur leicht. Doch Mama macht das immer so und in 10 Minuten müssen wir dann anhalten und sie zieht etwas aus. Aber egal, Hauptsache ihr ist wohl und sie ist dabei. Wir wandern zum Partnunsee. Der wurde vor fast zehn Jahren sehr berühmt mit dem Bergsee-Bungalow. Dürfte man das heute noch machen, frage ich mich? In Zeiten vor Overtourism und Schutz der Natur, Sensibilisierungskampagnen und dem Outdoor-Boom, könnte ich mir vorstellen das so ein Bloggerprojekt wie damals im 2017 vielleicht mehr nicht mehr durchginge. Ist ja auch egal, das sind halt Fragen die man sich beim Wandern stellt, weil man auch einfach mal Zeit hat seinen Gedanken ein bisschen nachzuhängen. Der See hat jedenfalls kein Bugalow mehr und weniger Wasser als gewohnt. Wenn heute nicht schlechtes Wetter wäre, hätten wir vielleicht gebadet, aber so wandern wir direkt weiter. Unser Ziel ist nämlich die nahegelegene Carschinahütte. Denn heute werden wir dort schlafen und haben somit eine ultrakurze Tagesetappe von knapp zwei Stunden. Das kommt uns beim Wetter und späten Start sehr gelegen. Kurz vor der Carschinahütte sehe wir viele Leute. Uns ist bewusst, dass es in diesem Gebiet ziemlich busy ist. Da aber schlechtes Wetter ist, sagt Mama, wir könnten ja Gas geben und vor anderen eintreffen, vielleicht haben einige abgesagt und ein Doppelzimmer ist frei. Massenzimmer sind ja total okay, aber es ist auch schön, wenn man zu zweit ist und etwas mehr Zeit auf der Hütte verbringt, wenn man ein eigenes Zimmer hat. Luxus ganz klar, aber nun ist es so mit den Angeboten. Dann nützen wir sie hin und wieder auch, gleiches gilt für die Duschen auf Berghütten. Alles verändert sich. Also steigern wir unser Tempo und holen eine Gruppe nach der anderen ein. Doch die Carschinahütte ist doch etwas weiter weg als gedacht, also müssen wir das Tempo länger halten. Lustig ist, dass Mama eher die ist, die pusht und die Idee hatte. Ich frage trotzdem laufend (wortwörtlich), ob das Tempo noch geht so. Als wir ankommen, haben wir es leider doch verpasst. Ja es gab wieder freie Doppelzimmer, aber andere haben sich diese schon gesichert, die früher angekommen sind. Aber gar nicht schlimm, wir sind in einem 8-ter Zimmer und schauen uns die neue Carschinahütte an. Es ist immer total spannend für mich. So viele Hütten habe ich nun schon gesehen und ich kenne es ja auch aus den Projekten der SAC Sektion Terri. Manchmal sieht man neue Konstruktionen in Hütten und denkt, oh das ist ja eine sehr clevere Idee. Und manchmal sieht man auch Sachen wo man denkt, hä, wieso wurde das so geplant, das ist ja super unpraktisch. Meistens sieht man immer beides. Was auf jeden Fall bei der Carschinahütta heraussticht ist die neue Küche. Und da profitieren wir als Gäste auch sehr, denn es gibt heute Abend einfach Lasagne! Da freue ich mich, denn die vielen Polentagerichte habe ich langsam gesehen. Die Carschinahütte wird von einem sehr freundlichen Team geführt. Mit Sonja der Hüttenwartin, spreche ich ein bisschen über den Umbau und die Herausforderungen. Nach dem Znacht spielen Mama und ich wieder das 10’000er Würfelspiel mit einem jungen Paar, was ein schöner Tagesabschluss ist.


Der nächste Morgen startet früher als erwartet, weil jemand aus dem Zimmer den Wecker irgendwie um 06.00 Uhr gestellt hatte. Nach dem Frühstück brechen Mama und ich relativ zügig auf. Eigentlich müssten wir uns heute nicht beeilen, aber durch den frühen Wecker hat es sich so ergeben. Denn die Etappe ist nur ca. 5 Stunden lang und eher gemütlich, da wir heute auf dem Prättigauer Höhenweg wandern. Das bedeutet, dass wir nicht viel auf- und absteigen müssen. Zudem ist heute ein aussergewöhnlicher Tag für mich. Weil die Via Rätia nun einfacher wird, hat Mama mir meinen Trailrunning-Schuhe mitgebracht. Natürlich bin ich etwas skeptisch, ob es wirklich eine gute Idee ist, vom Wanderschuh auf den Trailrunner zu wechseln. Vor allem, weil ich Angst vor dem Umknicken habe. Aber ich freue mich schon lange aufs endlich mal wieder in einem weichen, gedämpften Schuh zu wandern, als immer im eher harten Wanderschuh. Wird schon gut gehen, rede ich mir ein. Der erste Teil der Wanderung flowt. Die zweite Pause machen wir nach dem Schweizer Tor beim Gafalljoch, mit Blick auf den Lünersee. Da es zu fest windet, brechen wir jedoch schon bald wieder auf. Bei Hochbühel sehen wir ultra viele Schöflis, die auf den Wanderwegen unterwegs sind. Das sieht so herzig aus, als müssten sie eine Tour wandern. Jedenfalls bestaunen wir die Schafe, als auf einmal ein deutsches Paar von der Carschinahütte auftaucht. Nicht gut! Jetzt muss ich hier kurz die Situation erklären. Die Schesaplanahütte (die nächste Berghütte) ist ausgebucht. Wir sind auf der Warteliste und ich hatte noch angerufen und sie meinten, jaja, wenn du ein Mätteli dabei hast, finden wir schon einen Platz für dich. Aber für Mama haben wir keinen bekommen, weil sie keine Biwaksachen mitträgt. Beim Znacht gestern erzählte dieses deutsche Paar, dass sie auch auf der Warteliste sind. Auch sie hoffen spontan noch auf zwei Übernachtungsplätze. Als sie also auftauchen, realisieren wir, dass wenn die beiden vor uns in der Schesaplanahütte ankommen, sich unsere Chancen auf einen Schlafplatz für Mama minimieren. Es braucht einen kurzen Blickkontakt unter uns, und uns ist beiden klar, so schnell geben wir nicht auf. Wir wandern direkt los und sind wenige Schritte vor dem deutschen (wirklich sehr fitten) Paar. Wir merken, dass sie uns an den Fersen kleben beim normalen Wandertempo und haben Angst, dass sie uns noch überholen. Dabei sind sie nicht mal aus einer Bergregion, wie sie gestern erzählt haben (unsere Ehre als Schweizer ist kurz geknickt). Und jetzt kommt der unsympathische Teil der Geschichte. Ich sage leise zu Mama, damit die beiden es hoffentlich nicht hören: «Mama, was machen wir jetzt, Gas geben oder sie überholen lassen und halt schauen was sich auf der Schesaplana ergibt?» Doch meine Mama will, dass wir Gas geben. Also ist unser Plan nun wie folgt: Wir drehen das Tempo ordentlich auf, damit wir Abstand schaffen und wir sie nicht stets motivieren, mit uns mitzuhalten. Denn psychologisch ist es weniger motivierend (für mich zumindest, schliesse damit jetzt auf andere), wenn der Abstand schon etwas grösser ist. Unser Plan scheint gut zu funktionieren, aber sie sind immer noch sehr nah. Doch wir haben noch mehr Tricks auf Lager und werden nun auch etwas peinlich. Hinter den Kuppen, wo sie uns ganz sicher nicht mehr sehen (wenn auch nur für kurze Zeit, weil sie noch so nahe sind) rennen wir. Nur wenige Schritte, aber jedes Mal, immer ein bisschen. Und der Plan geht auf, unser Abstand vergrössert sich schnell. Und wenn ihr jetzt denkt, ich nötige meine Mama für solche Ideen: Nein, sie ist eine treibende Kraft bei solchen dummen Ideen. Von irgendwem habe ich das ja. Als ich nämlich finde, so jetzt ist der Abstand weit genug, wir können jetzt wieder im normalen Tempo wandern, ist sie dagegen. Die Aktion ist ja grundsätzlich ziemlich egoistisch, deshalb schaltet sich später auf noch kurz das Karma ein und Mama stürzt beim bergaufgehen aufs Knie. Weil wir so gehetzt haben… Ich will anhalten und schauen, ob alles okay ist. Aber sie lässt mich nicht: «Hopp weiter jetzt, das nützt jetzt auch nichts. Wir können nachher bei der Hütte schauen.» Nun habe ich natürlich ein schlechtes Gewissen, wie ich meine über 60-jährige Mama durch die Berge hetze. Andererseits merke ich auch, von wem ich das Durchbeissen und vielleicht auch ein bisschen den Schalk habe. Denn ganz ehrlich, wir finden es schon auch sehr lustig, das Wettrennen mit den Deutschen, um den Hüttenschlafplatz (und unsere Ehre ;)). Es ist wie ein Spiel. Dort angekommen gibt es positive Nachrichten, der gesamte Winterraum ist nun frei, alle haben wir Platz. Als die Deutschen ankommen, verkünden wir die Nachricht. Jetzt sind wir keine «Konkurrenten» mehr. 😀 Oh Gott, wie sich diese Anekdote wohl für euch anhört?! Die Deutschen meinen noch, dass wir ja ultra schnell waren. «Ach was, ja so wandern wir immer.» Neeeeein, haben wir natürlich nicht gesagt. 😀 Wir geben sogar zu, dass wir früh hier sein wollten, um die Chance auf den Schlafplatz zu erhöhen. Doch sie entscheiden sich, dass sie doch heute noch ins Tal gehen. Nach dem Winterraum-Schlafplatz-Bezug, essen wir mit dem deutschen Paar Zmittag. Jetzt sind wir sogar noch «Freunde» geworden. Wir bieten ihnen auch an, von unseren Bünder Maluns zu probieren. Das kennen sie nämlich nicht. Später nehmen sie das Trottinett (super Sache, kann man bei der Schesaplanahütte mieten) und sausen damit ins Tal. Das Gleiche wird Mama morgen auch machen. Den Nachmittag verbringen wir lesend auf den Liegestühlen vor der Hütte. Ein sehr schöner Ausklang einer zügigen Wanderung.

Am nächsten Morgen wird es Zeit Tschüss zu sagen. Als ich auf Mama vor der Hütte warte, komme ich ins Gespräch mit Hanspeter dem Hüttenwart. Ich hatte ihn schon wegen dem Abstieg vom Fläscher Fürggli zur Enderlinhütte angesprochen. Denn dieser Abschnitt ist wieder blau/weiss und ich musste mich entscheiden, ob ich den Teil im Trailrunnern gehe und die Wanderschuhe definitiv verabschiede und Mama mit nach Hause gebe. Was ich dann nach seinen Angaben auch so entschieden habe. Als Mama auftaucht, kommt auch Petra dazu. Wir sprechen mit den beiden Hüttenwarten noch eine Weile über diverse Themen und vor allem über die Schesaplanahütte. Wie es dort nämlich nächstes Jahr weitergeht, ist noch ungewiss. Aber evtl. war das ihre letzte Hüttensaison. Die Schesaplanahütte hat grossen Charme, aber anscheinend in der Küche einige gröbere Probleme, die man renovieren sollte. Und das kostet viel Geld. Und nicht immer haben die entsprechenden SAC Sektionen (oder andere Vereine, die Hütten besitzen) genügend finanzielle Mittel, um alle gewünschten Rennovationen umzusetzen. Jedenfalls werde ich heute Nacht in der Enderlinhütte ein Kontrastprogramm erwarten dürfen. Denn die Hütte ist unter der Woche unbewartet und ich werde voraussichtlich die einzige Hüttengästin sein. Gestern hatte ich noch angerufen, um mich zu vergewissern, dass es bei der Hütte Wasser hat. Da ich nicht vor habe auf der Hütte einen Znacht zu kochen und Hanspeter erfährt, dass ich plane Darvidas und den Käse den ich bei ihnen gekauft habe zu essen (und habe ein Lunchpaket für den Zmittag), geht er zurück in die Hütte und bringt mit eine Schoggitafel und ein Biberli. Ein Geschenk. Herzig! Ich freue mich über die liebe Geste und wir verabschieden uns. Gemeinsam steigen wir ab zu den Trottis. Da der Weg noch eine Weile der gleiche ist, stösst Mama das Trotti neben sich her, bis sich unsere Wege trennen. Da sie wegen Fahrtwind schon dick eingepackt ist in ihrer Daunenjacke, wird ihr schon bald wieder heiss. Doch es dauert nicht lange, bis wir uns verabschieden müssen. Es ist nie cool. Sie macht sich jedes Mal Sorgen und ich mir ehrlich gesagt auch, ob sie mit dem Trotti ganz alleine sicher ins Tal kommt. Ich wandere den Prättigauer Höhenweg weiter bis zur Ijes Ebene, wo nach der Alp ein Tunnel durch den Fels sichtbar wird. Und dann passiert mal wieder etwas, was mich langsam richtig aufregt. Und zwar wandere ich durch den dunklen Tunnel, auf einer Fahrstrasse. Zu Beginn ist der Tunnel noch heller und ich gehe problemlos die ersten Meter. Als es immer dunkler wird, verspüre ich den Drang kurz mein Handy rauszunehmen und mit den Taschenlampe meinen Weg zu leuchten. Da mir aber Menschen entgegenkommen, aus dem viel dunkleren Teil des Tunnels, die das nicht machen, hemmt es mich irgendwie. Warum kann ich gar nicht genau sagen. Will ich nicht die sein, die sich outet und klar zeigt, dass sie nicht mit der Dunkelheit klarkommt? Oder will ich die anderen nicht stören mit meinem Licht? Ich weiss es nicht, aber dann geht eh alles ganz schnell. Gerade als ich zwei Menschen kreuze und Grüsse, knickt mein Fuss ab. Der Grund ist, dass die Fahrstrasse Rinnen hat, die man nicht sieht und ich (unwissentlich) oben am Rinnenrand gewandert bin und dort dann abgeknickt bin. Ich mache kurz «Ahhh» und fange mich wieder und wandere weiter, als wäre nichts. Es regt mich so auf. Diese doofen Füsse. Wirklich bis zum Schluss! Und dann habe ich auch noch auf Trailrunning-Schuhe gewechselt, ich hohle Nuss. Und wieso genau habe ich nicht meine Handy-Taschenlampe eingeschaltet. Jedenfalls mache ich es jetzt. Aber ich bin mal wieder wütend auf mich und die Welt. Trotzdem gehe ich weiter. Mit ein bisschen Schmerzen, aber es hält sich noch in Grenzen. Ich denke schon daran (weil mittlerweile Gewohnheit), dass der Fuss unter Adrenalin funktioniert bis ich anhalte und der dann anschwillt und mehr schmerzt. Also beginnt das Sorgenkarussell. Kann ich die schwierige Route heute noch fertig machen? Schaffe ich die 10 Stundenetappe so morgen? Muss ich trotzdem noch abbrechen und an einem Wochenende die Via Rätia fertig machen? Es ist nichts Neues, und deshalb ärgert es mich auch, dass ich irgendwie nie den Punkt auf dieser gesamten Wanderung erreicht habe, wo ich loslassen konnte. Wo ich nicht ständig unter Anspannung und voller Konzentration wandern musste. Das hat mein Erlebnis schon etwas getrübt. «Aber jonu», weiter geht es und überraschenderweise sehr gut. Der Fuss tut nur sehr wenig weh. Ich komme zum «Vorderst See» der ausgetrocknet ist, wie auch der «Mittler See». Das sei aber normal um diese Zeit. Der «Oberscht See» ist aber gut gefüllt und sehr schön, sodass ich eine Bade- und Mittagspause einlege. Es tut gut und der Fuss schwillt kaum an. Ich gönne mir etwas von der geschenkten Schoggi, bevor ich den Aufstieg zum Fläscher Fürggli meistere. Schon kurz vor dem Übergang, ist der Föhn im Einsatz und es ist etwas unheimlich mit so viel Wind. Ich zögere nicht und will den Abstieg hinter mich bringen, der mich doch den ganzen Tag schon etwas nervös macht. Zuerst handelt es sich um eine steile Grasflanke. Danach ist man ein paar Passagen in Felsbändern unterwegs. Es ist wirklich nicht ohne, aber ich mache das ganz gut. Doch immer wieder denke ich, oh bitte wird es nicht noch viel schwieriger! Hoffentlich kommt keine krasse Schlüsselstelle! Fast zwei Stunden ist der Abstieg bis zur Enderlinhütte. Und der Weg ist wirklich fast bis zur Hütte heikel. Irgendwann merke ich, dass ich gerade Tausende von Schritte mache, die alle am Limit sind. Hier kann ich mir keinen einzigen Fehler erlauben, keinen Stolperer oder leichter Abrutscher und trotzdem gehe ich meine Schritte in aller Ruhe und grosser Sicherheit bergab, im Wissen, dass ich das kann. Ohne Zweifel. Diese Einsicht macht mich in dem Moment stolz. Jeden Schritt den ich gerade setze, könnte ein Letzter sein und doch zweifle ich gar nicht an mir. Ich weiss, ich kann das. Cooles Gefühl! Natürlich ist mir schon klar, dass trotzdem was passieren kann. Kann es ja grundsätzlich immer. Aber ich hoffe, ihr wisst, was ich meine. Es gehen wohl nicht viele Menschen diesen Weg und ich mache es grad alleine, als Frau, mir grossem Rucksack und wohl etwas müden Beinen und keinem bestens ausgeschlafenen Geist. Als ich die Enderlinhütte erreiche, bin ich ziemlich dankbar, es geschafft zu haben. Die Hütte ist mega herzig und ich fühle mich sofort wohl. Es ist zwar schon spät, aber es gibt noch zwei Mal Männerbesuch. Zwei ältere Wanderer und ein Jäger mit Hund. Mit beiden quatsche ich und trotzdem ist mir nicht 100% wohl dabei, dass so offensichtlich ist, dass ich alleine bin und hier die Nacht verbringe. Dieses Gefühl werde ich wohl nie loswerden, wenn ich merke, dass ich klar im Nachteil bin. Zum Glück sind alle ganz nett und ich habe eigentlich ein gutes Gefühl. Die Nacht ist aber nicht ruhig, denn draussen tobt der Sturm und macht mir ein bisschen Sorgen für den nächsten Morgen.

Als ich um 04.30 aufstehe, stürmt es noch immer. Gemäss App sind es um die 80km/h. Ich muss durch einen steilen Wald. In totaler Dunkelheit und anscheinend gibt’s seit Kurzem ein neues Wolfrudel hier. Auch wenn ich jetzt einen Wolf gesehen habe und dort keine Angst hatte, so ist es in der Nacht trotzdem etwas unheimlich. Aber ich reisse mich zusammen und gehe so schnell es geht bergab ins Tal, auch wenn es immer wieder krächzt und ich Angst habe, dass ein Baum umfällt und mich trifft. Das wäre makaber, so kurz vor dem Ziel, nachdem die schwierigen Abschnitte jetzt hinter mir liegen. Aber es geht alles gut und ich komme gegen 07.00 Uhr in Maienfeld an, wo ich einen Verpflegungsstop an einem Brunnen einlege. Danach folgt die blödeste Etappe der Via Rätia. Denn ich muss durch den Eingang von Graubünden, die grosse Ebene kurz vor Bad Ragaz. Sogar die Autobahn überquere ich über eine Brücke und gehe danach stumpf etwa eine Stunde gerade am Rhein entlang. Zu Regnen hat es auch angefangen und meine Füsse tun mir vom harten Boden weh. Diesen Sommer hatte ich fast keine Blasen. Ein neuer positiver Rekord. Doch nun scheint sich das Blatt noch wenden zu wollen. Bei Mastrils treffe ich auf Selina, wo ich meine Füsse kurz verarzte. Ab hier sind wir gemeinsam unterwegs und wandern bis nach Untervaz. Ich hab grad kein Bock mehr und bin daher dankbar für die heutige tolle Begleitung ( iykyk 😉 ). Endlich in Untervaz angekommen habe ich fast 5h schon geschafft und somit Halbzeit. Aber ich bin richtig pausenreif. In einem Brunne kühle ich meine Füsse und Beine, snacke und lege mich hin. Eigentlich mag ich grad gar nicht mehr, aber jetzt folgt gleich der Aufstieg von Untervaz bis zur Calandahütte, welcher viele Höhenmeter beinhaltet und nochmals etwa 5 Stunden dauert. Wirklich, gar kein Bock darauf, vom Tal den Wald hochzuwandern. Aber ich beisse durch, einmal mehr und zu Beginn leide ich, während Selina den Aufstieg nicht weiter schlimm findet. Um 14.00 Uhr beginnt es einmal richtig heftig zu regnen, aber wir können uns unter den Bäumen schützen und essen ein Sandwich. Selina hat mir extra eines mitgebracht, danke! Ungefähr eine Stunde später wagen wir den Versuch und gehen weiter. Das Niederschlagsradar ist heute loyal und wir haben kaum mehr Regen. Daher sind wir recht trocken geblieben, bis wir noch etwa einen halbe Stunde von der Calandahütte entfernt sind. Auch da werden wir nicht mehr nass, sondern noch erleichtert. Denn Beat von der Calandahütte fährt an uns vorbei und nimmt unsere Rücksäcke bis zur Hütte mit. Supi, ohne Gepäck sind wir wirklich rassig unterwegs. Oben angekommen werden wir von Hund Yuki begrüsst (ach wie sehr ich meinen Yuki vermisse, der ist seit Monaten verschwunden und lebt wie immer im Sommer im Wald, shoutout an Yuki, hoffe dir geht es gut). In der Hütte angekommen treffen wir auf Hüttengehilfin Sina und ihren Besuch Nicola. Sonst sind nur Monika und Beat, die Hüttenwarte, hier. Alle anderen Gäste haben wegen der schlechten Wetterprognose abgesagt. Das ist nicht so schön fürs Hüttenteam und den Umsatz. Aber für uns als Gäste ist die Chance, dass es ein schöner und gemütlicher Abend wird deshalb ziemlich gross. Genau so ist es dann auch. Wir essen alle gemeinsam und bekommen ein richtiges Festmenü in super schönem Geschirr serviert. Ich frage noch, ob das hier immer so sei, oder nur heute, weil wir nur zu sechst sind. Aber nein, Monika und Beat legen viel Wert darauf. Bis 22.00 Uhr sind wir vertieft in Gesprächen und witzeln, dass wir langsam ins Bett müssen, es sei gleich Hüttenruhe. Monika und Beat haben die letzte Saison auf der Calandahütte, danach hören sie auf. Als wir ins Bett gehen und ein richtig übles Gewitter beginnt, sagen Selina und ich zueinander, dass der Abend kaum hätte perfekter sein können. Weil uns das richtige Wort auf deutsch nicht wirklich einfällt, kommen wir auf «heute war einfach Wholesome». Eine Kombi aus einem positivem «heilsam» und einfach «berührend». Ich werde schon fast ein bisschen sentimental, denn es war bestimmt der letzte Via Rätia Abend dieser Art.

Nach dem starken Gewitter, zeigt sich das Wetter heute wieder freundlich und Selina und ich wandern über den Calanda (nicht den Gipfel) und kommen erst zum Felsberger Älpli und später zum Taminser Älpli. Bei der ersten Alp kommt und ein Jäger entgegen, der gerade die Fotofalle vor der Jagd abgebaut hat. Er erzählt von Wolf und Luchs und ich bin so interessiert, dass ich ihn bitte mir die Fotofalle Fotos zu zeigen. Tatsächlich, Ende Mai hat er einen wunderschönen Luchs aufnehmen können. Eindrücklich, dass diese schönen Tiere hier unterwegs sind. Wie gerne ich den Luchs mal sehen möchte! Die Fotos schickt er mir sogar im Whatsapp zu, damit ich sie noch in Ruhe bestaunen kann. Nach der Taminser Alp machen wir eine Snackpause und ich schlafe kurz ein. Herrlich ist es heute, aber es fühlt sich auch nach dem ersten Herbsttag an. Als hätte sich etwas verändert, der Herbst liegt in der Luft. Ab heute ist der Sommer vorbei – man spürt es einfach. Nach einem kürzeren Abstieg erreichen wir den Kunkelspass. Hier wird ein bisschen rumgetrödelt und gegessen. Denn Selina geht nach Tamins und ich steige alleine auf zur Ringelspitzhütte, um eine Geburtstagsparty zu crashen (dann noch der 30ste Geburi der neuen Hüttenwartin!), was mir etwas unangenehm ist. Denn die Hütte war ausgebucht, also habe ich mich auf die Warteliste eingetragen und Simona (die Hüttenwartin) meinte, ich dürfe gerne kommen, aber sie hätten ein Fest und sonst sind keine normalen Wander-Gäste da, ich bin also die Ausnahme und habe ein schlechtes Gewissen. Und ich mag Feste gar nicht, wo ich niemanden kenne. Also trödele ich noch eine Weile rum und lege mich ins Gras (mitten im Aufstieg), geniesse die letzten Sonnenstrahlen und schiebe den Aufstieg so lange wie möglich hinaus. Die Taktik ist simpel: möglichst spät ankommen, damit das Abendessen nicht mehr allzu weit weg ist. Auf dem Weg nach oben komme ich an einem Älpli vorbei, wo ein Schild hängt, dass man gerne Holz zur Ringelspitzhütte hochbringen darf. Sie kochen auf dem Feuer und sind dankbar, wenn Wanderer:innen Holz hochtragen. Schon bald erreiche ich die mir bereits bekannte Ringelspitzhütte. Hoffentlich sind alle easy drauf und ich komme mir nicht zu fest wie eine Unerwünschte vor. Doch noch bevor ich mich richtig unwohl fühlen kann, sieht mich Simona und begrüsst mich sofort herzlich. Das macht alles einfacher. Ich wasche mich kurz und setze mich dann möglichst unauffällig in eine Ecke der Hüttenstube, lese mein Buch und versuche, niemandem im Weg zu sein. Das Lesen hat aber auch einen anderen Grund. Denn die Ringelspitzhütte hatte Bettwanzenbefall. Kein Geheimnis, das kommt leider auch noch in den SRF Hüttengeschichten Sendungen, da genau zu dieser Zeit das SRF Team hier war. Sie haben natürlich alles gemacht, um das Problem zu lösen und die Bettwanzen loszuwerden (was halt wirklich super schwierig ist), aber ich bin trotzdem nicht gerade Feuer und Flamme, mich schon jetzt ins Bett zu legen (Kopfkino), auch wenn ich bewusst in der Hütte schlafe. Zum Nachtessen gibt es Fajitas. Ich esse meine Portion und danach beschliesse ins Bett zu gehen. Simona hat mir sogar angeboten, in einem Zelt zu schlafen und hat mir eines aufgebaut. Aber es ist inzwischen kühler, meine Matte verliert Luft und ich habe einfach keinen Bock mehr, draussen zu schlafen. Also wähle ich die Hütte, mit dem Lärm und den hoffentlich-schon-ausgerotteten Bettwanzen. Ich lese bis Mitternacht, danach setze ich die Ohrenstöpsel rein und habe sogar eine ziemlich gute Nacht.


Am nächsten Morgen esse ich mein Frühstück und ziehe los. Es ist ein komisches Gefühl. Die letzte Etappe. Ich kenne den Weg bereits vom Segnes Trek, und bin gespannt auf den Morgang-Abschnitt, welcher von einem Jägerweg nun zum Wanderweg ausgebaut wurde und nun auch blau/weiss markiert ist. So geht es erst ins Lavoitobel hinunter, dann wieder rauf über den Morgang. Zu Beginn habe ich eine kleine Krise. Nicht weil es schwierig ist, sondern weil ich einfach… irgendwie nicht mehr so mag. Letzter Tag, kurze Krise, schon bald geht’s wieder. Oben an der Kante angekommen sehe ich, dass es bei den grossen Gletschermühlen schon einige Leute hat. Ich suche mir eine kleinere Gunte, weg von den Touris und finde sie. Zum Glück kenne ich mich hier gut aus. Denn so habe ich eine Gletschermühle ganz für mich und meine Ruhe. Das Wasser ist kalt und wunderbar. Doch nach einer Stunde breche ich wieder auf, denn ich habe noch mit meiner Mama abgemacht. Sie will mir entgegenkommen, wir wollten uns in Bargis treffen. Also laufe ich weiter, auf einem meiner Lieblingswege von den Gletschermühlen nach Bargis. Der Weg ist abwechslungsreich und traumhaft schön. Und dann überkommt es mich als ich das erste Mal wieder Flims erblicke: Oh Gott. Ich bin fast zu Hause. Das Ziel ist so nah! Ich wollte eigentlich noch eine letzte Nacht draussen verbringen, und beim Flimstein biwakieren. Aber weil’s regnen soll, habe ich still und heimlich entschieden: heute wandere ich nach Hause. Ohne grosses TamTam, ohne mir einen noch künstlichen Höhepunkt mit Biwaknacht auf dem Flimserstein, mit krassem Sonnenuntergang und vielen Emotionen. Nein, eher so ganz unaufgeregt, einfach heimwandern und den Sonntagabend zuhause verbringen. Und irgendwie fühlt sich das heute auch genau richtig an.

Oberhalb der Alp Lavadignas taucht auf einmal Mama auf. Sie ist in Jeans, hat aber trotzdem schon ordentlich Höhenmeter hinter sich, weil ich einfach nicht auftauchte und sie immer weiterlief. Wir lachen kurz über ihr Nicht-Wander-Outfit und wandern gemeinsam ins Tals. Wir reden so viel und sind total in ein brisantes Thema vertieft, dass ich gar nicht bewusst wahrnehmen, dass wir plötzlich in Bargis ankommen. Wow, jetzt ist die Via Rätia wirklich bald zu Ende. Wir baden noch kurz im Bach und gehen die letzten Meter zum Bargis Restaurant. Mein Bruder Gian und seine Freundin Meli, sind extra zeitig von einem Wochenendausflug im Engadin abgereist, um mit mir hier die Via Rätia gemeinsam abzuschliessen, was mich sehr freut! Bei Bargis essen wir zu viert ein frühes Abendessen, so gegen 17.00 Uhr. Dann wandern wir gemeinsam nach Fidaz, ein erneut sehr schöner Weg und machen einen allerletzten Halt im Fidazerhof für einen Apero und ein Dessert. Dann verabschiede ich mich von Gian und Meli. Mama und ich laufen die letzten zehn Minuten zusammen bis vor meine Haustüre in Flims. Ich gehe zum Schluss sogar noch einen Waldweg, denn ich noch nicht kannte. Coole neue Entdeckung. Daheim erwartet mich eine kleine Überraschung (Danka ♡) und danach dusche ich und kann gar nicht ganz verstehen, dass die Via Rätia nun nur noch eine Geschichte ist.


Ich habe es tatsächlich geschafft, ich bin einmal um Graubünden gewandert. Ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten, in diesem herausforderungsreichen Sommer. Aber lesson learned: Einfach probieren (sogar bei riesengrossen Zweifeln), mal schauen wie weit man kommt. Evtl. definitiv weiter als man denkt. Aus 4 Tagen wurden dann doch noch die geplanten 2 Monate. Danke Körper, du Maschine. Unglaublich, haben wir das als Team geschafft!

Fragen, die mir auf Instagram gestellt wurden, die ich hier gerne beantworte.

Wie viel hat die Via Rätia gekostet?
Hm, weiss es nicht, habe auch keine Abrechnung gemacht Da ich viel in Hütten war es schon teurer. Hätte gesagt 4000.- Franken habe ich vielleicht schon ausgegeben. Die Hüttenübernachtungen sind teilweise mit SAC Mitgliedschaft 84.- Fr und ohne bis 115.- Fr. was schon einiges mehr ist, als noch von ein paar Jahren. Die Kosten vor der Wanderung wie ein neuer Biwaksack etc. sind da nicht einberechnet worden.

Material: Etwas, was ich unterwegs vermisst habe oder etwas Neues was ich dabei hatte?
Ich hatte meine Mini-Gamaschen nicht dabei und mich zwei Wochen täglich genervt darüber. Danach hatte ich sie wieder mitgenommen. Der Biwaksack war zum ersten Mal dabei. Hat gepasst mit der Planung, wenig draussen zu schlafen und Hütten zu erkunden. Aber ansonsten waren die Biwaknächte schon recht mies im Vergleich zu Zeltnächten. Aber ich bin es mir auch nicht mehr gewohnt.

Was war anders im Vergleich zur Via Alpina?
Viel! Die Wege, das Ziel, die Dauer. Ich war einerseits mehr in meiner Komfortzone, weil es für mich einfacher ist in der Schweiz zu wandern (Sprache, fühle mich sicherer, weil ich weiss wie es hier funktioniert). Gleichzeitig waren die Routenabschnitte schwieriger. Auch ist es ein anderes Gefühl, seine eigene Route zu wandern, als eine Vorgegebene. Ich war oft bestrebt die Route mit Infos von Menschen aus z.B. den Hütten und Locals noch cooler zu machen und zu verbessern, habe gerne Umwege in Kauf genommen. Auf der Via Alpina wollte ich vor allem vorwärts kommen und mein Ziel, Monaco erreichen. Und ich habe auf der Via Alpina viel im Zelt geschlafen und selber gekocht. Dieses Mal war ich viel in Berghütten und hatte auch keinen Kocher dabei.

Hattet ihr keine Angst vor dem Wolf?
Nein. Kann es kaum erklären, warum das so war. Aber der Wolf hat und keine Beachtung geschenkt, obwohl er nur so 10 Meter weit weg war. Aber Gefühle kann man ja sowieso nur schwierig erklären.

Welche Teilstrecke war am Tollsten?
Der Sentiero Alpino Bregaglia war mein Lieblingsabschnitt. Bizli fordernd (T5), super schöne Hütten, rauhe Umgebung, Gletscher, Piz Badile Sicht. Alles genau nach meinem Geschmack.

Komische Beobachtungen nach der Via Rätia:

  • Schwitzen Nacht: Haha so habe ich es in meinen Notizen gespeichert. Weil ich auf der Via Rätia dann doch eher kältere Nächte hatte, überlebe ich aktuell keine Nacht, wenn mein Fenster nicht speerangelweit offen ist und die Nacht (hoffentlich) kühl ist. Zum Glück hat seit ich zurück bin, (gefühlsmässig) der Herbst angefangen. Wenn das Fenster nur wenig offen ist, wache ich in der Nacht total schwitzig auf, was ich sonst nie habe. Evtl. ist mein Körper auch noch am Verarbeiten, dass ich jetzt am Tag nicht mehr so viel schwitze, wie wenn ich jeden Tag wandere? Oder ich habe Angstzustände die ich nicht wahrnehme, weil ich wieder im normalen Leben bin?
    • Ich habe meine Beobachtungen aus Neugier mit Claude (einer KI) geteilt und gefragt, ob es dafür eine wissenschaftliche Erklärung gibt. Und tatsächlich, meine eigene Theorie war gar nicht so falsch. Claude meinte dazu: Der Körper gewöhnt sich über Wochen an eine komplett andere Thermoregulation, tagsüber intensive körperliche Arbeit mit viel Schwitzen, nachts kühl auf 2’000 Metern. Zurück im Alltag läuft der Stoffwechsel nach wochenlanger Hochleistung noch auf erhöhtem Niveau und produziert mehr Wärme, auch nachts. Dazu schaltet sich das trainierte Schwitz-System nicht von heute auf morgen ab. Was mich aber am meisten überrascht hat: Claude hat auch einen Begriff dafür, nämlich Re-Entry Stress. Viele Langstreckenwanderer kennen das nach der Rückkehr, das Gehirn war wochenlang im Überlebensmodus (Navigation, Wetter, schwieriges Gelände) und muss sich nun wieder an den strukturierten Alltag gewöhnen. Das zeigt sich unter anderem als unterschwellige Anspannung und, bei mir bestätigt, als unruhiger Schlaf und tiefe Erschöpfung. Beruhigend zu wissen, dass das normal ist und nach ein paar Wochen aufhören sollte.
  • Ausschlag: Zurück von der Via Rätia muss ich mich nun um meinen Ausschlag im Gesicht (periorale Dermatitis) kümmern, unterwegs hatte ich dafür kaum Möglichkeiten. Denn auf der Via Alpina 2020, wo man in Städten, ÖV’s etc. Masken tragen musste (was bei mir beim Wandern ja selten war), habe ich an einem Tag in Triest bei 38° Grad einen Ausschlag um den Mund bekommen, der mich die restliche Wanderung begleitet hatte und meine Haut trotz Hautarzt Besuchen nie mehr so wie früher ausschaut. Immer bei langen Wanderung kommt der nun zurück. Nervt sehr. Ich glaube der Grund ist Stress & Anspannung, sowie Sonnencreme und Schwitzen. Zwei Wochen nach der Wanderung sieht meine Haut um den Mund immer noch ziemlich schlecht aus. Aber dafür hatte ich trotz grosser Hitze in diesem Sommer weniger schlimmen Ausschlag an den Beinen (Purpura d’Effort). Darauf gehe ich nicht mehr gross ein, die meisten kennen dieses Thema ja aus meinen Buch, in welchem ich schon darüber berichtet habe. Vielleicht war es in diesem Sommer besser, weil ich mehr in der Höhe war, selten im Tal, fast nie Asphaltstrecken laufen musste und weniger Kilometer machte als beispielsweise auf der Via Alpina.
  • Muskeln: Meine Beine sind meine grösste Freude. Nach über einem Jahr unfit sein, habe ich nun richtig starke Beine und liebe es, die sichtbaren Muskeln zu sehen. Eigentlich plante ich direkt darauf aufzubauen und die Wintervorbereitung fürs Skifahren zu starten. Doch nun war ich so müde, dass ich die ersten zwei Wochen fast nichts gemacht habe. Und ich habe auch noch jetzt Knieschmerzen, wenn ich eine Treppe runter gehen muss. 😀
  • Haare: Eine Weitwanderung ist schädlicher für meine Haare, also wenn ich sie jeden Tag zwei Mal mit dem Haargletter behandeln würde. Im Juni hatte ich sie noch geschnitten und sie sahen ganz gesund aus. Kaum zurück, sind die Spitzen ausgefranst, dünn und die Haar strohig. 🙁 Das kommt davon, wenn die Haare vom vielen Wandern, Wind, Schweiss ein bisschen verfilzen, man nie Haarspülung benutzen kann und nur einen kleinen Kamm zum «Strählen» dabei hat und sich viele Haare ungewollt so «ausreisst». Naja, wächst wieder, trotzdem ein bisschen schade. Muss also wieder zum Hairrroom. 🙂
  • Essen: Finde es grad super schwierig wieder normale Mengen zu essen. Jetzt wo ich mich kaum bewege und am Laptop sitze verbrauche ich weniger Energie. Aber die Umstellung im Kopf dauert noch.
  • Eitelkeit: Immer auf Wanderungen werfe ich meine Eitelkeit über Bord (nicht alles, aber ein grosser Brocken schon). Ich publiziere Bilder von mir online, wo ich oft denke, oh, da siehst du jetzt nicht grad so toll aus. Das ist mir grad jetzt aufgefallen, wo ich die Bilder nochmals angeschaut hatte und schon länger wieder Zuhause bin. Das Bewerten von mir selber kann ich nämlich (leider) nicht abstellen. Obwohl, um ehrlich zu sein, die allerschlimmsten Bilder von mir publiziere ich dann doch nie. Aber ist auch krass wenn man denkt, alles was ins Internet gestellt wird, bleibt auch irgendwie dort. Aber das ist ein anderes Thema. Es tut jedenfalls gut, diesen Switch machen zu können und die Realität auf Weitwanderungen zu zeigen. Man sieht manchmal doof aus, weil etwas praktisch ist (Regenpellerine, Wandergamaschen etc.) oder man sieht völlig fertig aus, weil es streng ist und zusätzlich hat man schon fast eine Woche nicht mehr die Haare gewaschen. Die letzten drei Jahre ist Wandern so krass trendig geworden und die «Hiking-Fits» sehen so cool aus, dass ich schon auch denke, wow ich sehe oft so maximal uncool aus beim Weitwandern. Aber ich denke auch bei vielen «Hiking-Fits, dass sie nicht für die Realität in den Bergen gemacht sind (praktisch, sicher, leicht). Glücklicherweise stehe ich hier drüber (über 30 zu sein hilft) und es ist auch gut, dass man auf Weitwanderungen selten einen Spiegel hat (ausser in der Hütte vielleicht). Daher zelebriere ich meine Uneitelkeit auf Weitwanderungen sehr und es ist mir auch wichtig, dass ich euch die ungeschönte und ungestellte Realität zeigen kann. Denn noch mehr Druck aufzubauen, dass man nun auf Weitwanderungen auch noch stylisch und schön aussehen muss, ist das Gegenteil von dem was ich will. Es ist so befreiend, aus dem Spiegelalltag auszubrechen und ich würde sogar behaupten, die Via Alpina 2020 hat mir damals massiv geholfen, mich allgemein weniger auf mein Äusseres zu reduzieren und meine weniger tollen Selfies trotzdem gern zu haben, weil ich stolz auf mich bin und Freude am Moment habe, als das Selfie aufgenommen wurde. Die Erinnerung an den Moment und die Emotionen dahinter, sind das was zählt für die Bilder von unterwegs.

Zum Abschluss: Wie viele Kilometer bist du auf der Via Rätia gewandert?

Ich werde aktuell sehr viel gefragt, wie viele Kilometer und Höhenmeter ich pro Tag gewandert bin. Ich muss euch enttäuschen. Habe es nicht berechnet und weiss es nicht. Ganz bewusst. Meine ursprüngliche Via Rätia Planung war bei 1’000 km und 1’700 hm am Tag. Das war zu viel, für jeden Tag aufs Neue. Danach waren es total zwischen 700 und 800 km und somit auch weniger Höhenmeter. Ich konnte wegen der Kürzung dafür nicht in jeden hintersten Graubünden-Winkel wandern und das ist okay für mich, aber ein bisschen schade ist es trotzdem – ein Schönheits-Makel. Wie viele Kilometer es nun schlussendlich auf der Via Rätia waren (habe die Route ja mehrfach unterwegs verändert) ist mir egal, denn für mich hat das keinen Wert mehr. Ich bin viel weniger Kilometer am Tag gelaufen als auf der Via Alpina (da waren es 2’300 Kilometer in 100 Tagen, also 23 km am Tag). Aber dieses Mal habe ich meine eigene Route geplant, wo viele Abschnitte im T4 oder T5 Bereich waren, wo man langsam vorwärts kommt und mir dafür viel mehr Spass machen. Daher ist das zweitrangig, und ich weigere mich, mich über Zahlen zu definieren. In einer Zeit, wo alle ihre Kilometer, Höhenmeter und Pace auf Strava bzw. Insta posten, sage ich aktuell ganz bewusst: Ich weiss es nicht.

Wir leben aktuell in einer Welt, wo es immer schneller sein muss und mehr. Mehr Kilometer, mehr Höhenmeter, mehr Leistung, das klassische schneller, höher, weiter. Ich gehe in die Berge für die Berge, nicht um eine Leistung zu erreichen und schon gar nicht, um diese dann zu publizieren. Auch wenn das sich widersprüchlich anhört, weil ich genau darüber blogge, podcaste und auf Instagram poste. Und an alle, die Leistungsprojekte verfolgen und ihre Grenzen ausloten: Ich finde es mega cool, eure Projekte zu verfolgen, und bin wirklich beeindruckt (YOU GO GIRLS und natürlich auch Männer! :)). Ich meine das null abwertend, es ist nur eine Feststellung, dass Leistung gerade sehr zieht und zählt, und es für mich aktuell einfach nicht mehr stimmig ist. Kann sich ja auch mal wieder ändern, wer weiss.

Klar reizt mich die Frage: Schaffe ich es, auf anspruchsvollen Wegen einmal um Graubünden zu wandern? Aber nicht wie schnell ich das schaffe. Das musste ich auch erst lernen. Früher war ich viel leistungsorientierter und musste immer besser sein als alle anderen. Vielleicht rechne ich die totale Kilometeranzahl (aktuell) auch ganz bewusst nicht zusammen. Denn wenn ich es nicht weiss, kann ich auch keine Vergleiche (mit mir selber) anstellen. Denn vor nicht allzu langer Zeit, gab es mir schon auch einen Kick, pro Tag so weit wie nur möglich zu laufen und auch mal über 40 Kilometer und zig Höhenmetern zu schaffen. Nur weiss ich, dass mir die 40 Kilometer nichts geben, nur die Bestätigung von anderen «Boaah, das ist aber viel!». Und eigentlich bin ich ja für mich unterwegs, nicht für die Bestätigung von aussen. Ausserdem hatte sich das Erlebnis jedes Mal geschmälert, wenn ich möglichst schnell sein musste oder wollte, weil ich keine Zeit für Bergsee baden, plaudern mit Fremden, Nap oder Tiere bestaunen hatte. Ich weiss genau auf welchen Routen ich mit Stress unterwegs war und an die denke ich weniger gerne zurück. Für mich ist das schnell unterwegs sein in den Bergen zusätzlicher Stress und das ist das Gegenteil von meinem Ziel, wieso ich überhaupt unterwegs bin. Daher habe ich gelernt, wie gut es mir tut, diesen Druck rauszunehmen. Vor sechs Jahren hatte ich bei jedem Pausentag auf der Via Alpina ein schlechtes Gewissen. Dieses Mal nicht mehr. Ich habe mich also entwickelt, juhu. Erfolg!

Ein weitere Erfolg, auf den ich wirklich stolz bin: Ich habe noch nie eine Weitwanderung gemacht, wo ich so wenige Forststrassen laufen musste. Habe die Route als wirklich gut geplant. Und ich habe schwierige Wanderabschnitte oft problemlos alleine gemeistert. Ein Beispiel, war einer der letzten Abschnitte vom Falknis. Jeder Schritt in dieser steilen Grasflanke wäre tödlich gewesen, und ich hatte so ein krasses Vertrauen in mich, das ich dem gewachsen bin. Mehrere tausend Schritte und bei jedem Schritt wusste ich, du kannst das. Darauf bin ich stolz.

Ich bin einfach so glücklich, dass ich meine Leidenschaft zwei Monate lang ausüben durfte, mit meinen lieben Menschen die mich begleitet haben, die vielen Tieren die ich beobachten durfte, konnte anhalten und die Momente geniessen, an einem See in einer Blumenwiese einen Nap machen und die Langsamkeit aufsaugen. Weil ich genau weiss, wie schnell ich sonst in meinem Leben unterwegs bin. Es war exakt das, was ich mir gewünscht hatte. Und ich bin ganz zufrieden, dass ich nun eine Version von mir bin, die mir das auch erlaubt.

Und noch eine letzte Ergänzung:

Mentale Stärke macht für mich auch aus, sich Zeit zu nehmen und sich über solche Themen Gedanken zu machen und zu merken, wie man sich in den Jahren verändert hat und man ganz klar spürt wer man ist und wofür man steht. Meine Selbstreflektion über meine gewanderten Touren und das Aufschreiben davon, machen die Erlebnisse für mich gleich noch wertvoller und geben mir Kraft und das Selbstbewusstsein (vielleicht auch Resilienz, weil ich weiss ich kann es) für meine künftigen Herausforderungen und Lebensabschnitte. Also geht raus, erfüllt euch eure Wünsche und nehmt euch auch die Zeit, darüber zu philosophieren. Es wird euer Leben bereichern mutig zu sein!

Danka, dass iar uf dr Via Rätia «mitgwanderet» sind. ♡

Via Rätia 2026

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